Altersvorsorgedepot oder normaler ETF-Sparplan?
Von Florian Hörning, Gründer von Finance Made Simple, Spiegel-Bestseller-Autor · Stand 16. Oktober 2026
Kurz gesagt
Bis 1.800 Euro im Jahr schlägt das Altersvorsorgedepot den normalen ETF-Sparplan fast immer, weil der Staat bis zu 30 Prozent dazulegt und Erträge bis zur Rente ohne Abgeltungsteuer wachsen. Dafür ist das Geld bis 65 gebunden. Für alles darüber und für Geld, das du früher brauchst, bleibt der normale ETF-Sparplan die bessere Wahl. Viele kombinieren beides.
Die Unterschiede auf einen Blick
- Zulagen: Altersvorsorgedepot bis 540 Euro im Jahr plus Kinderzulage, ETF-Sparplan keine.
- Steuer in der Ansparphase: Altersvorsorgedepot keine Steuer auf Erträge, Beiträge absetzbar. ETF-Sparplan Abgeltungsteuer auf Ausschüttungen und Vorabpauschale.
- Steuer in der Auszahlung: Altersvorsorgedepot persönlicher Steuersatz auf die ganze Auszahlung. ETF-Sparplan Abgeltungsteuer nur auf den Gewinn.
- Zugriff: Altersvorsorgedepot ab 65, ETF-Sparplan jederzeit.
- Kosten: Standarddepot höchstens 1 Prozent, beim ETF-Sparplan je nach Broker.
Ein Beispiel
Du sparst 150 Euro im Monat. Im ETF-Sparplan arbeiten 150 Euro für dich. Im Altersvorsorgedepot kommen 45 Euro Zulage im Monat dazu, also 195 Euro. Das sind 30 Prozent mehr Kapital, das über Jahrzehnte Zinseszins bringt. Diesen Vorsprung holt die spätere Besteuerung in aller Regel nicht ein.
Die sinnvolle Kombination
Für die meisten ist die Reihenfolge einfach: zuerst Notgroschen, dann das Altersvorsorgedepot bis zur vollen Förderung, alles darüber in einen normalen ETF-Sparplan. So holst du die Zulagen mit und bleibst trotzdem flexibel.
Heute musst du nichts entscheiden
Die fertigen Produkte gibt es erst ab dem 1. Januar 2027, viele werden noch zertifiziert. Erst verstehen, dann in Ruhe wählen.
Häufige Fragen
Kann ich im Altersvorsorgedepot auch ETFs besparen?
Ja. Das Standarddepot nutzt wenige vorgegebene Fonds, im freien Depot wählst du selbst aus Fonds und ETFs.
Was passiert, wenn ich vor 65 an das Geld muss?
Dann ist die Förderung für diesen Teil weg: Zulagen und Steuervorteile müssen zurück. Geld für Auto, Urlaub oder Notfälle gehört deshalb in einen normalen Sparplan.